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Salzburger Hofmusik spielte erfolgreichen Showcase bei der Classical:NEXT in München

Im Rahmen der neuen internationalen Klassikmusik-Messe „Classical:NEXT” im Münchner Gasteig gab die Salzburger Hofmusik, ein Spezialensemble für historische Instrumente und Aufführungspraxis aus der Mozartstadt, am 1. Juni einen halbstündigen „Showcase“ vor beeindruckten Fachbesuchern aus der klassischen Musikszene als auch vor Münchner Publikum im Carl-Orff-Saal.

Heidelore Schauer am Salterio (ein Hackbrett aus dem 18. Jahrhundert), Leonore von Stauss, Barockharfe, Maximilian Kiener in der Rolle als Sopranist und Tenor sowie Wolfgang Brunner am Fortepiano kamen nach München natürlich mit selten gespieltem, z.T. unentdecktem und in dieser Weise noch nicht gehörtem Repertoire im Gepäck.

Wolfgang Brunner, Ensembleleiter: „Seit gut 20 Jahren ist es bei der Hofmusik Tradition, vor allem der vergessenen oder verloren geglaubten Musik und den Komponisten aus der „zweiten Reihe“ eine authentische Stimme zu verleihen. Das Publikum ist dann immer wieder überrascht, dass diese Werke oft den bekannten „Klassikern“ um nichts nachstehen.” Brunner, der die Salzburger Hofmusik 1992 gründete, ist Spezialist für historische Tasteninstrumente und doziert in seinem Spezialfach auch am Salzburger Mozarteum.

Angestimmt wurde mit einem spanischen Fandango, einem historischen Tanz, um anschließend den Briefwechsel zwischen dem italienischer Dichter und Librettisten Pietro Metastasia und seinem Freund und Superstar des Barock, dem Kastraten Carlo Broschi, gennant Farinelli, in musikalischer Weise umzusetzen. Wie geht das? Weniger bekannt ist, dass beide auch als Komponisten tätig waren und mit ihren tonsetzerischen Qualitäten gern gegenseitig kokettierten. „Ecco quel fiero istante” für Tenor und Harfe von Metastasia blieb als Autograph erhalten. Farinellis „Ecco quel fiero istante”, seine musikalische Antwort darauf, ging jedoch scheinbar verloren. Bis Hofmusik-Leiter Wolfgang Brunner sie auf einem Gemälde, das Farinelli mit seiner angebeteten Muse zeigt, wiederfand. Darin übergibt er ihr ein Notenblatt. Brunner: „Das von Jacopo Amigoni gemalte Geschehen zeigt die Notenschrift des Farinelli-Werkes so eindeutig und im Detail, dass wir es einfach nur vom Blatt spielen mussten”. (siehe Foto)

Zum Abschluss folgten Vivaldis „Vier Jahreszeiten”, arrangiert für Hackbrett und Fortepiano – in Anlehnung an den Klimawandel zeitgenössisch und nicht ganz ohne Ironie adaptiert – denn so wie auch das Wetter unerwartete Kapriolen schlägt, vermischten sich die bekannten Vivalid-Melodien u.a. mit „Veronika, der Lenz ist da” oder „Yesterday”.

Das nächste Konzert der Salzburger Hofmusik ist übrigens an heimischer Stätte – das Ensemble spielt ein Fest zur Eröffnung der Salzburger Festspiele in der Klosterkirche St. Blasius am 21. Juli. Das Motto lautet: „Sex & Crime bei Sitticus“ - Komponierende Mörder und die Liebe zu Macht, Musik und Luxus.

Mit Musik von Steffano Bernardi, Claudio Monteverdi, Franceso Rasi, Sigismondo d’India, Giovanni Martino Cesare, Gesualdo da Venosa. Werner Rainer liest aus „Marcus Sitticus“ von Johann Stainhauser (1601)

Kirche St. Blasius Salzburg | Gotischer Saal | 18.00-18.45 Uhr und 19.30-20.15 Uhr
Zuvor am Mozarteum Mittwoch, 27. Juni abends im Barockmuseum

 

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